Weinbergsofas (Foto: Timo Klein)

Fachwerk, Wein und Panoramablicke

Eine Wanderung rund um Lauda

Oben uralte Weinberge, unten das romantische Taubertal: Wer das liebliche Hügelland westlich der tauberfränkischen Stadt Lauda auf einem seiner vielen Naturpfade erwandert, wird mit traumhaft schönen Aussichten belohnt. Einst lag hier mit 10.000 Hektar Fläche das größte zusammenhängende Weinanbaugebiet Deutschlands. Wein war es auch, der Lauda – heute Teil der Doppelstadt Lauda-Königshofen – nach 1135 zu reichlich Wohlstand verhalf. Von dieser Zeit zeugen die imposanten Bauten aus der Gotik und der Renaissance in der Altstadt. Im 19. Jahrhundert kam Lauda nochmals über seinen intensiv betriebenen Eisenbahnbau zu Ruhm. Daran erinnert ein ganz besonders charmantes Denkmal: die alte Dampflok von 1942. Ob Naturfreund, Weingenießer, Kunstliebhaber oder Eisenbahnfan - auf dieser Tour finden Wanderer ihre ganz persönlichen Highlights.

Kurzbeschreibung

Fachwerk, Wein und Panoramablicke: Eine Wanderung rund um Lauda

Anreise Frankenbahn, RE 8, Bahnhof Lauda  
Takt alle 60 bzw. 90 min  
Strecke 14 km  
Zeit ca. 4 1/2 Stunden  
Höhenunterschied 230 m  
Weg Bahnhof Lauda – Altstadt – Oberes Tor – Panoramablick – Weinbergsofas – Dampflokdenkmal – Bahnhof Lauda  

Tourenverlauf

Unsere 14 Kilometer lange Tour beginnt und endet am Bahnhof Lauda (1). Wir laufen rechts die Bahnhofstraße entlang, gehen an der Marienkirche und dem Alten Friedhof vorbei und durchqueren über die Wallgrabenstraße, Spitalstraße und die Rathausstraße Laudas eindrucksvolle Altstadt (2). Zahlreiche sich aneinander reihende Fachwerkgebäude der Rathausstraße - so das Weinbauernhaus und heutige Heimatmuseum von 1551 oder die ehemalige „Hechtwirtschaft“ von 1541 an der Ecke zur Kapellenstraße - zeugen vom einstigen Reichtum der Tauberstadt. Weiter westlich markiert das Obere Tor (3) mit hübschem Fachwerkgeschoss von 1494 und ein Rest Stadtmauer die Grenze der Altstadt. Wir durchschreiten das Tor und folgen der Rebgutstraße Richtung Oberlauda. Schon der Straßenname verrät, dass wir hier durch Laudas traditionelles Weingebiet wandern, wo Rebstöcke seit Jahrhunderten die lieblich-hügelige Landschaft schmücken. Wir nehmen rechts die Stufen zum Neidhansenweg, wandern über die Altenbergstraße die Alte Miltenberger Steige weiter bergauf und halten uns leicht rechts auf dem Wanderweg zu Füßen des Altenbergs Richtung Distelhausen. An Wiesen und Feldern vorbei genießen wir schöne Rundblicke über die sanfte Hügellandschaft und das Taubertal. Am Ötterlsgraben geht es wieder ein wenig bergab, und wir folgen den Bahnschienen Richtung Distelhausen, bevor es links hinter dem Friedhof wieder bergauf geht. Nach der zweiten Kurve erwartet uns ein besonders schöner Panoramablick (4) auf das idyllisch gelegene Distelhausen, das zur Stadt Tauberbischofsheim gehört. Bis zur Kurve kehren wir ein Stück zurück, folgen dem südlich verlaufenden Wanderweg immer weiter bergauf und umrunden den Altenberg auf seiner Westseite. Kurz vor Oberlauda halten wir uns links. Jahrhunderte alte Weinbergsmauern zwischen Rebstöcken prägen hier die Landschaft. In den Mauerritzen siedeln gerne Insekten wie Salamander oder Zauneidechsen, und so bieten sich viele Gelegenheiten für die Beobachtung von Kleinsttieren. Links laufen wir treppauf durch die Weinberge durch und gelangen rechts zu dem vielleicht schönsten Aussichtspunkt der Gegend. Zwei Liegebänke oder „Weinbergsofas“ (5) locken hier Wanderfreudige zu einer lauschigen Rast inmitten der Weinberge und mit fantastischem Rundblick auf Lauda und Oberlauda ein.

Wir gehen den Weg einige Meter zurück und nehmen die Treppen hinunter zur Rebgutstraße. Auf der rechten Seite erscheint das prämierte Weinhotel und -restaurant „Rebgut“. Für Liebhaber guter Tropfen lohnt es sich, für einen gutseigenen Riesling oder Hölder einzukehren. Wer weiter wandern möchte, überquert die Rebgutstraße bis zur Oberlaudaer Straße und folgt dieser mit einem Abstecher über Oberes Flürlein und Lerchenstraße zurück zum Oberen Tor. Entlang des südlichen Verlaufs der ehemaligen Stadtmauer gehen wir bis zur Josef-Schmitt-Straße und biegen links in die Philipp-Adam-Ulrich-Straße ein, wo uns unter einem Glasdach Laudas heimliches Wahrzeichen begrüßt: die nostalgische Dampflok (6) von 1942. Die alte Dame erinnert daran, dass rund die Hälfte von Laudas Einwohnern einst beim Eisenbahnbau beschäftigt waren. Über die Bahnhofstraße gelangen wir zurück an unseren Ausgangspunkt, dem Laudaer Bahnhof.

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