Kneipp-Becken am Main (Foto: Ronald Grunert-Held, Gemeinde Veitshoechheim)

Klosterkraut und kalte Güsse

Eine Familien-Radtour von Würzburg den Main entlang

Das Zwei-Ufer-Land mit dem Rad entdecken: Wer von Würzburg den Main flussabwärts radelt, erlebt noch ein Stück ursprüngliches Unterfranken abseits der Touristenströme. An Highlights mangelt es auf der Strecke zwischen der Frankenmetropole bis Veitshöchheim dennoch nicht. Neben saftigen Mainwiesen und reizvoller Hügellandschaft hat das Zwei-Ufer-Land auch architektonische Schätze wie das Kloster Oberzell zu bieten. Für Familien ist die Radtour besonders reizvoll: Das Gelände ist flach, und alle paar hundert Meter laden Spielplätze, Badestellen und andere Erlebnis-Orte kleine wie große Radler zur Rast ein.

Kurzbeschreibung

Klosterkraut und kalte Güsse: Eine Familien-Radtour von Würzburg den Main entlang

Anreise: Frankenbahn, RE 8, Hauptbahnhof Würzburg  
Takt: alle 60 bzw. 90 min  
Strecke: 20,6 km  
Zeit: ca. 4 Stunden  
Höhenunterschied: 100 m  
Weg: Hauptbahnhof Würzburg – Mainwiesen Zellerau – Felsenquelle – Kloster Oberzell – Kneippanlage Veitshöchheim - Spielplatz Mainwiesen – Hauptbahnhof Würzburg  

Tourenverlauf


Am Hauptbahnhof Würzburg (1) beginnt und endet unsere 20,6 Kilometer lange Familien-Radtour mit Ziel Veitshöchheim. Vom Bahnhofsplatz aus geht es rechter Hand in die Bismarckstraße entlang der nördlichen Würzburger Innenstadt bis zum Röntgenring und weiter über die Friedensbrücke aufs gegenüber liegende Flussufer. Die Festung Marienberg im Rücken, fahren wir in nordwestliche Richtung den Main entlang. Von den Mainwiesen in Zellerau (2) genießt man eine schöne Aussicht auf den Steinberg am anderen Ufer. Obenauf thront das Schloss Steinburg aus dem 19. Jahrhundert, das heute als Hotel dient. Wir radeln weiter durch die Mainwiesen. In der weitläufigen Grünanlage herrscht im Sommer buntes Treiben, und Badefreudige nehmen hier gern ein Flussbad. Für eine Rast findet sich aber immer ein ruhiges Plätzchen, so etwa an der Felsenquelle (3), die leise in einen Teich plätschert. Ein Stückchen weiter flussabwärts erscheint das imposante Bauensemble des Klosters Oberzell (4). 1128 als eines der ersten Prämonstratenserklöster in Deutschland gegründet, erfuhr es im Barock eine Neugestaltung durch den bekannten Architekten Balthasar Neumann. Hinter der reich verzierten Fassade von St. Michael verbirgt sich eine Säulenbasilika mit sehenswerter Barockausstattung. Berühmt ist das Kloster, das heute Franziskanerinnen bewohnen, auch für seinen üppigen Heilkräuter-Garten. Ein Tipp: Die Nonnen bieten Führungen durch den Klostergarten an.

Weiter geht es den Main entlang bis nach Margetshöchheim. Vorbei an der Dorfstraße überqueren wir den Ludwig-Volk-Steg. Aufgepasst: Hier ist Radfahren nicht erlaubt, daher schieben wir unser Vehikel bis zum anderen Ufer. Am Steg-Ende radeln wir nach rechts und treffen nach 300 Metern auf die Kneippanlage Veitshöchheim (5). Hier ist der ideale Ort für große und kleine Biker, um Füße und Waden im eiskalten Nass zu kühlen. Der Kiesboden im sieben Meter langen Becken sorgt für eine angenehme Fußmassage, und in der Mitte lädt der niedrige Handlauf speziell Kinder zum Kneipptreten ein. Wer noch mehr Balsam für die Füßsohlen braucht, kann auf dem Barfußpfad gleich nebenan weiter laufen. Weiter südlich liegen ein schöner Spielplatz und eine Minigolf-Anlage direkt am Main.

Zurück radeln wir das Flussufer entlang wie auf dem Hinweg - über den Ludwig-Volk-Steg auf die andere Main-Seite und weiter Richtung Würzburg. Nach einem Stück Weg kommen wir wieder zu den Mainwiesen. Direkt hinter dem Skaterpark liegt ein reizvoller Ort für unsere letzte Rast. Auf dem großen Spielplatz (6) mit Seilbahn und Drehscheibe können sich die Kleinen nochmal richtig austoben, bevor es zurück zum Würzburger Hauptbahnhof geht. Wir fahren bis zum Ende der Mainwiesen, nehmen die Friedensbrücke Richtung Würzburger Innenstadt und umrunden diese nochmals auf ihrer nördlichen Grenze, bis wir wieder zum Hauptbahnhof kommen. Wem die Waden hier noch nicht schlapp machen, für den hält Würzburg viele andere Sehenswürdigkeiten bereit, wie etwa die Residenz, die Festung Marienberg oder die alte Mainbrücke.

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