Spitalkapelle Heilsbronn (Foto: Andreas Lederer, PictureZOOM)

Sagenhaftes Mittelalter

Eine Wanderung in und rund um Heilsbronn

Ein Schneiderhäuschen als Kapellendach, eine Klosterbäckerei als Wiege des Lebkuchens – Heilsbronn strotzt nur so vor eindrucksvollen Bauten und kuriosen Geschichten. Wer sich auf eine Wandertour durch die mittelfränkische Stadt und ihre reizende Umgebung gibt, für den wird das längst untergegangene Mittelalter wieder lebendig. In der Mitte von Heilsbronn thront mit seinem Münster eine der ältesten Klosterkirchen des Zisterzienser-Ordens in Deutschland. Unzählige Fachwerkfassaden, urige Gasthäuser und gewundene Gassen laden zu einem historischen Stadtbummel ein. Ein weiteres sakrales Schmuckstück wartet auf Wanderer mit der Kirche Sankt Michael im nahe gelegenen Weißenbronn. Mittelalterliche Baujuwelen, gepaart mit fränkischen Naturschönheiten, so abwechslungsreich präsentiert sich unsere Tour durch Heilsbronn und Weißenbronn.

Kurzbeschreibung

Sagenhaftes Mittelalter: Eine Wanderung in und rund um Heilsbronn

Anreise Murrbahn, RE 90, Bahnhof Heilsbronn  
Takt alle 120 min  
Strecke 11,3 km  
Zeit ca. 3 1/2 Stunden  
Höhenunterschied 100 m  
Weg Bahnhof Heilsbronn – Münster – Spitalkapelle – Gasthaus Adler – St. Michael Weißenbronn – Alte Klostermühle – Stadtmauer - Bahnhof Heilsbronn  

Tourenverlauf

Unsere 11,3 Kilometer lange Rundtour beginnt und endet am Bahnhof Heilsbronn (1). Von dort laufen wir die Bahnhofstraße geradeaus, biegen rechts Am Postplatz und links in die Abteigasse ein und kommen an unser erstes Ziel, das Heilsbronner Münster (2). Vor fast 900 Jahren gegründet, diente das zur Abteikirche gehörende bedeutende Kloster bis 1625 als Grablege der Hohenzollern. Vom Münsterplatz gehen wir weiter die Hauptstraße geradeaus und biegen rechts in den Lindenplatz sowie anschließend in die Spitalgasse ein. Fast scheint es so, als ob hier jemand sein Häuschen auf eine Kirche gehoben hätte. Bei diesem einzigartigen Bauwerk handelt es sich um die Spitalkapelle (3) aus dem 13. Jahrhundert. 1708 wurde sie, halb verfallen, von einem Schneider erworben und auf ungewöhnliche Weise umgewandelt: So ließ er das Dach abtragen und platzierte sein Eigenheim obenauf. Die Kapelle soll als Wohnzimmer gedient haben. Bis heute ist die Spitalkapelle bewohnt.

Gehen Sie den Lindenplatz ein Stück weiter geradeaus, und Sie sehen links im Gässchen die Gaststätte „Zum Adler“ (4). Im ältesten Gasthaus der Stadt mit lauschigem Biergarten war schon im 16. Jahrhundert die klösterliche Schankstube untergebracht. Von der Turmstraße biegen wir rechts in die Hauptstraße und folgen der Neuendettelsauer Straße, der Ansbacher und Altendettelsauer Straße auf waldreichen Wegen bis zum Wanderparkplatz an der Wasserburg. Dort biegen wir links ab und folgen dem Weg, biegen links und wieder rechts ab, bis wir scharf links über den Waldweg, die Heilbronner Straße und die Talstraße nach Weißenbronn gelangen. Die Kirche St. Michael (5) fügt sich idyllisch ins beschauliche Weißenbronner Stadtbild ein. Weißenbronn war früh mit dem Heilsbronner Kloster verbunden. Anfang des 14. Jahrhunderts verkaufte ein Heilbronner Stadt ein Gut in „Wizenbrunn“. Aus dieser Zeit stammt auch die dem Erzengel Michael geweihte Kirche mit einer der ältesten Glocken der Gegend.

Durch den Dorfkern geht es über die Sonnenstraße und den Kleeweg zurück nach Heilsbronn. Wir biegen rechts ab, stoßen auf die Straße Am Butzenhof, folgen dieser und biegen beim Alpaka-Hof links in die Alte Schwabacher Straße ein. Wir halten uns entlang der Schwabach und wandern nach der Autobahnunterführung geradewegs auf die Pfarrgasse in der Heilbronner Altstadt zu. Hier, am südlichen Rand des mittelalterlichen Heilsbronn, sind noch Reste der Stadtmauer (6) erhalten. Durch ein Schlupfloch durchschreiten wir das alte Mauerwerk und stehen vor der Alten Klostermühle (7). Das eindrucksvolle Gebäude mit aufgesetztem Fachwerkgeschoss wurde 1336 erstmals erwähnt und war eine von vielen Mühlen, die die Zisterziensermönche aus dem benachbarten Kloster nutzten. In der alten Klosterbackstube nebenan wurden schon im 14. Jahrhundert Honigkuchen hergestellt. Und so gilt nicht Nürnberg, sondern Heilsbronn als die eigentliche Wiege der berühmten „Nürnberger Lebkuchen“.

Wir laufen die Pfarrgasse zurück, durchqueren erneut die Mauer, biegen links ab und folgen der Straße Am Rebenzaun. An ihrem Ende folgen wir linker Hand der Nürnberger Straße und Bahnhofstraße, die uns zurück zum Bahnhof bringt.

Infos