Barbarossa und Pfeilermadonna

Eine Wanderung durchs Stauferland

Zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd waren sie zu Hause: die Staufer. Im Mittelalter brachte das Adelsgeschlecht mehrere bedeutende deutsch-römische Herrscher hervor, darunter König Barbarossa und Kaiser Friedrich II. Von Ihrer einst stolzen Burg auf dem Berg Hohenstaufen sind zwar nur Mauerreste geblieben, dafür haben die Staufer in der Region viele andere kostbare Zeugnisse hinterlassen. Diese Wandertour von der „Hohenstaufenstadt“ Göppingen über das Geschichtsdenkmal Berg Hohenstaufen bis nach Schwäbisch Gmünd hält einige dieser Schätze parat. Mit der Spielburg und dem Hölltal werden zudem fantastische Naturerlebnisse geboten. Für die rund siebeneinhalb Stunden lange Wanderung sollten allerdings Sie eine gute Kondition mitbringen.

Kurzbeschreibung

Eine Wanderung durchs Stauferland

Anreise: MEX 16, Bahnhof Göppingen  
Rückreise: IRE 1/MEX 13 Bahnhof Schwäbisch Gmünd  
Takt: alle 20 bis 120 min  
Strecke: 26 km  
Zeit: ca. 7,5 Stunden  
Höhenunterschied: 460 m  
Weg: Bahnhof Göppingen – Schloss – Spielburg – Burgruine Hohenstaufen – Hölltal – Johanniskirche – Bahnhof Schwäbisch Gmünd  

Tourenverlauf

Wir starten am Göppinger Bahnhof (1) nach Norden und laufen über die Marstallstraße zum Schloss (2). Mitte des 16. Jahrhunderts wurde der schlichte vierflügelige Renaissancebau an der Stelle eines vormaligen Wasserschlosses erbaut. Laut Quellen verwendete man hierfür Steine der 1525 zerstörten Burg Hohenstaufen, deren Überreste wir später noch sehen werden. Weiter geht es über den Schockenseepark, den Bischof-Ketteler-Weg und ein Stück lang am Ufer des Marbachs in Richtung Rechberghausen, dann immer weiter entlang des Radwegs zum Krettenhof bei Birenbach. Von dort aus folgen wir dem Wanderweg mit der Rot-Kreuz-Markierung nach Hohenstaufen. Hier steigt der Pfad immer weiter an und bietet eindrucksvolle Blicke auf Hohenstaufen und die Spielburg (3), unser nächstes Ziel.

Unterhalb des Berges Hohenstaufen befindet sich die Spielburg, ein Naturschutzgebiet mit einer Felsenhöhe von 15 Metern, vom Gipfel bietet sich eine schöne Weitsicht in die umliegenden Täler.  Kurz hinter der Spielburg geht es steil hinauf zur Burgruine Hohenstaufen (4) auf dem Berg Hohenstaufen. Mit seiner markanten Kegelform gilt der Hohenstaufen als Wahrzeichen der Stadt Göppingen. Hoch oben auf dem Berg, in 684 Metern Höhe, liegt die Ruine der Stammburg der Staufer, erbaut um 1070 und im zerstört im Bauernkrieg 1525. Überliefert ist, dass Kaiser Friedrich I. Barbarossa sich 1181 "in castro stauff" aufhielt. Von oben lässt sich ein fantastischer Blick über den Göppinger Landkreis genießen. Direkt neben der Ruine lädt die Bergaststätte „himmel & erde“ mit „Schnitzel Barbarossa“ oder "Alb-Linsen Federico Secondo“ zur zünftig-schwäbischen Rast ein. Für Bergbesucher organisieren die Gaststättenbetreiber verschiedene Aktivitäten rund ums Jahr, darunter Yoga-Sessions mit Talblick in den warmen Monaten oder Käsefondue im Winter (weitere Infos unter: www.burg-hohenstaufen.de).

 

Steil geht es anschließend den Aasrücken in Richtung Hohenrechberg hinab. Hier folgen wir ein Stück dem Weg zum Hohenrechberg, bis es an einer Wegkreuzung etwa drei Kilometer vor dem Hohenrechberg auf der Route nach Metlangen und ins Hölltal weiter geht. An der nächsten Kreuzung folgen wir nicht dem bezeichneten Weg links nach Reitprechts, sondern wandern jenseits der Wegmarkierung geradeaus weiter bis man nach Metlangen. Dort überqueren wir die L1075 und gehen den Weg durch das Hölltal (5). Der Weg wird hier zu einem „Geologischen Lehrpfad“, mehre auf Infotafeln am Wegesrand erfährt man Wissenswertes zur geologischen Beschaffenheit der Region.

Durch den Wald und über mehrere Bachläufe durchwandern wir das schöne Hölltal und kommen am alten Schützenhaus vorbei, in dem heute das Restaurant „Bang Bang Q“ Spezialitäten vom Grill anbietet. Den Hölltalweg weiter und immer unterhalb der Rems entlang geht es einmal durch Schwäbisch Gmünd. Bevor wir im Stadtgarten links zum Bahnhof abbiegen, lohnt ein Abstecher nach rechts in die Altstadt zur Johanniskirche (6). Laut einer Sage ließ Agnes von Hohenstaufen, Tochter des Kaisers Heinrich IV., die Pfeilerbasilika zwischen 1220 und 1250 errichten. Beeindruckend ist der imposante, leicht schiefe Glockenturm und die romanische Pfeilermadonna, auch bekannt als „Staufische Madonna“. Zurück geht es den gleichen Weg und dann im Stadtpark über die Rems zum Bahnhof Schwäbisch Gmünd (7). Hier können Sie in den IRE1 oder MEX13 steigen.

Infos