Ansbacher Orangerie (Foto: Ansbach/James Edward Albright)

Barockpracht und Badefreuden

Vom Ansbacher Hofgarten zum Aquella-Freizeitbad

Sie hat Flair, Eleganz und unzählige Prunkbauten: Ansbach, die einstige Residenz der Markgrafen zählt zu den Städten Süddeutschlands, die man einfach gesehen haben muss. Über 1250 Jahre Geschichte hat im westmittelfränkischen Ansbach deutliche Spuren hinterlassen. So zeugen Baudenkmäler wie die prächtige Orangerie, die Kirchen St. Johannis und St. Gumbertus oder die Markgräfliche Residenz von der glanzvollen Vergangenheit der Residenzstadt. Dieser Rundgang führt zu den schönsten Bauwerken der Stadt, aber auch raus ins Grüne, an die Fränkische Rezat, und schließlich rein ins warme Nass: ins Freizeitbad Aquella. Kultur, Natur und Entspannung – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Ansbach erreichen Sie bequem von Stuttgart bzw. Nürnberg mit dem RE 90. Seit Dezember 2022 gibt es eine neue Verbindung von Go-Ahead Bayern ab München: Von dort bringt Sie der RE 80 über Augsburg und Donauwörth bis in die Residenzstadt.

Kurzbeschreibung

Barockpracht und Badefreuden – Vom Ansbacher Hofgarten zum Aquella-Freizeitbad

Anreise: RE 90, Bahnhof Ansbach  
Takt: alle 60 bis 120 min  
Strecke: 5,5 km  
Zeit: ca. 3,5 Stunden  
Höhenunterschied: 20 m  
Weg: Bahnhof Ansbach – Hofgarten – Orangerie – Residenz – Rathaus – Stadtmauer – Aquella – Bahnhof Ansbach  

Tourenverlauf

Vom Bahnhof Ansbach (1) laufen wir in östliche Richtung über den Bahnhofsvorplatz und die Bahnhofstraße zum Hofgarten (2). 1627 gelang es einem Hofgärtner hier erstmals, eine Agave nördlich der Alpen erblühen zu lassen. Zwischen 1723 und 1750 erfolgte im Auftrag der Markgräfin Christiane Charlotte die Anlegung des Hofgartens nach französischem Ideal. Obwohl im zweiten Weltkrieg stark beschädigt, sind die historischen Grundstrukturen des Barockgartens erhalten geblieben. Die bunten Beete werden alljährlich nach den Pflanzmustern des 17. und 18. Jahrhunderts gestaltet. So schmücken in den Sommermonaten über 150 Zitronen-, Pomeranzen-, Oliven-, Pistazien- und Erdbeerbäume den Platz vor der Orangerie (3), unserem nächsten Ziel. Da der Hofgarten nicht direkt an die markgräfliche Residenz angrenzte, sollte eine Orangerie als verbindendes Element dienen. So entstand ab 1726 infolge der Gartenanlegung die einstöckige Orangerie in Form eines Pomeranzenhauses, in der Zitrusfrüchte über den Winter gebracht wurden. Der Wassersaal im Inneren – so genannt wegen der Wasserfontänen, die aus dem Marmorboden sprudelten – wurde einst für höfische Gartenfeste genutzt. Heute finden hier Ausstellungen und Musikveranstaltungen statt.

Bevor wir weiter gehen, statten wir östlich des Brunnens im Hofgarten dem Gedenkstein von Kaspar Hauser, der sich ab 1830 in Ansbach aufhielt, einen Besuch ab. Der Pfeiler steht genau an dem Ort, wo der mysteriöse Findling und angebliche Sohn des Großherzogs Karl von Baden 1833 infolge von Stichverletzungen starb. So wenig wie über seine Herkunft bekannt ist, so unklar sind bis heute die Umstände seines Ablebens. „Hier wurde ein Geheimnisvoller auf geheimnisvolle Weise getötet“ steht auf dem Gedenkstein geschrieben.

Weiter geht es vorbei am Zitrushaus neuerem Datums und dem Leonhart-Fuchs-Garten. 2001 wurde der Garten mit über 500 Pflanzen, die der Ansbacher Botaniker der Renaissance in seinen Kräuterbüchern beschriebenen Pflanzen hatte, angelegt. Direkt dahinter schließt der Schlossplatz mit der Markgräflichen Residenz (4) an. Ab 1398 baute Burgggraf Friedrich VI. aus dem Hause Zollern einen Stiftshof zu einer Wasserburg aus. Gegen Mitte des 15. Jahrhunderts löst die Ansbacher Residenz die Cadolzburg als Hauptresidenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach ab. Im 18. Jahrhundert entsteht unter den Händen von Gabriel di Gabrieli und Karl Friedrich von Zocha der heutige repräsentative Bau. Zu den Hauptattraktionen zählen der doppelgeschossige Festsaal, das Spiegelkabinett und der Kachelsaal mit rund 2.800 Fliesen aus der ehemaligen Ansbacher Fayencemanufaktur. Interessant sind die dort ausgestellte Keramiksammlung sowie die Zweiggalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

 

Von der Residenz geht es einmal durch die prächtige Altstadt, vorbei an der ehemaligen Hofkanzlei, erbaut im Renaissancestil um 1600, der evangelischen St.-Gumbertus-Kirche mit der markgräflichen Gruft, dem Stadthaus und früheren kaiserlichen Landgericht von 1532 in gotischem Stil bis zum Rathaus (5) am Martin-Luther-Platz. 1531 errichtet und von 1621 bis 1623 um- und ausgebaut,  handelt es sich um einen beeindruckenden viergeschossigen Satteldachbau unter Denkmalschutz.  An den Traufseiten sind rundbogige Zugänge für die Durchfahrt. Eine Wappenreihe an der Fassade illustriert die bewegte Geschichte der Stadt. Im Erdgeschoss der Giebelseite zum Platz ist eine Apotheke, die ehemalige Hof- und Ratsapotheke, untergebracht.

Über den Martin-Luther-Platz, vorbei an der imposanten St. Johannis-Kirche und dem Markgrafenmuseum mit einer Kaspar-Hauser-Ausstellung, und rechts in die Schaitbergerstraße kommen wir direkt auf die Reste der alten Stadtmauer (6) zu. Von der Stadtbefestigung ist Bruchsteinmauerwerk, teilweise mit Wehrgang und  Fachwerkaufbauten erhalten geblieben. Die begehbare Mauer gehört heute zum stadtgeschichtlichen Markgrafenmuseum.

Nach viel Historie geht es nun entlang der Fränkischen Rezat ins Grüne – bis zum großen Flutraum, der überwiegend als Park genutzt wird. An der üppigen Vegetation und den Schilfständen des Bürgerparks lässt sich erkennen, daß der Fluss hier regelmäßig über die Ufer tritt. Links unter dem Hohenzollernring hindurch und entlang der Rezat liegt unser letztes Etappenziel, das beliebte Freizeitbad Aquella (7), das mit Außen- und Innenbecken Erholung rund ums Jahr bietet. Neben Wellenbad, Strömungskanal, Whirlpool, Saunalandschaft und Kinderbecken lockt auch eine 73 Meter lange Rutsche große und kleine Wasserratten ins Schwimmbad.

Für den Weg zurück laufen wir wieder über den Flutraum der Rezat und diesmal über die Würzburger Straße einmal südlich an der Altstadt und dem Herrieder Tor – einem prächtigen Stadttor des 18. Jahrhunderts – vorbei. Von dort führen uns die Maximilianstraße und Turnitzstraße wieder bis zum Bahnhof.

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