Marktplatz (Foto: Edgar Layher)

Fachwerk-Romantik an der Murr

Ein Stadtspaziergang durch Backnang

Die Wiege Badens – so nennen die Backnanger ihren Heimatort gern selbst. In der Tat diente die Stadt im Herzen Württembergs als Grablege der badischen Markgrafen des Mittelalters. Der Murr-Metropole sieht man ihre einstige historische Bedeutung bis heute an: Wie aus dem Bilderbuch reiht sich in der Altstadt Fachwerk an Fachwerk, folgt ein kirchlicher oder profaner Prachtbau dem nächsten. Eindrucksvoll präsentiert sich Backnang auch im Winter, wenn der Ortskern in weihnachtlichem Lichterglanz erstrahlt. Dann werden die prunkvollen Fassaden von der Marktstraße bis zum Stiftshof zur romantischen Kulisse des Weihnachtsmarktes, der am ersten Adventswochenende statt findet und ein Etappenziel unseres stimmungsvollen Stadtspaziergangs ist.

Kurzbeschreibung

Fachwerk-Romantik an der Murr – Ein Stadtspaziergang durch Backnang

Anreise: RE 90, Bahnhof Backnang  
Takt: alle 90 bis 120 min  
Strecke: 3,5 km  
Zeit: ca. 2,5 Stunden  
Höhenunterschied: 42 m  
Weg: Bahnhof Backnang – Bácsalmás-Anlage – Auf dem Hagenbach – Rathaus – Stadtturm – Stiftskirche – Bahnhof Backnang  

Tourenverlauf

Vom Bahnhof Backnang (1) laufen wir in nördliche Richtung über die Erbstetter Straße zum Schillerplatz und biegen kurz vorher in die Albertstraße ein. Dem Straßenlauf folgend geht es bis zur Murr und über den Eduard-Breuninger-Steg auf die andere Flussseite. Anschließend laufen wir rechts über die Gerberstraße und Talstraße durch die Bácsalmás-Anlage (2) entlang der hinteren Murr, ein Stück entlang der Murrpromenade und dann über Am Konnenberg den Hügel hinauf. Vom Aussichtspunkt Auf dem Hagenbach (3) genießt man ein fantastisches Panorama auf Backnangs Altstadt.

Nach kurzer Rast gehen wir den gleichen Weg wieder runter und an der Murr über die Sulzbacher Brücke in die Altstadt. Die Marktstraße führt uns direkt zum Marktplatz mit dem Rathaus (4). Nach einem Brand 1693 wurde der Ursprungsbau von um 1600 durch das heutige Amtsgebäude in prächtiger Fachwerk-Manier ersetzt. Vor dem Rathaus steht die beliebte Skulptur „die drei Claqueure“ von Guido Messer – drei Herren aus Bronze, die den lokalen Honoratioren Beifall spenden. 1987 gefertigt, wurde das Kunstwerk 2011 von Metalldieben entwendet und nach dem Auffinden von nur einer der Figuren wieder zu einem Trio komplettiert. Unweit davon erinnert der Gänsebrunnen an den sogenannten Backnanger Gänsekrieg Anfang des 17. Jahrhunderts.

Wir folgen weiter der Marktstraße, vorbei an eindrucksvoller Fachwerk-Architektur, und laufen direkt auf den Ölberg zu, auf dem ein interessantes Bauensemble aus Resten der ehemaligen Michaelskirche und dem Turmschulhaus thront. Über dem frühgotischen Chor der ehemaligen Kirche des 13. Jahrhunderts mit polygonalem Grundriss entstand 1614 –  bzw. 1699 nach einem Wiederaufbau – die Erweiterung des Kirchturms, der sogenannte Stadtturm (5).

An Stelle des Kirchenschiffs baute man 1816/17 das Turmschulhaus, das bis 1992 als Schulhaus diente und in dem heute die Galerie der Stadt Backnang untergebracht ist. Besichtigungen des Stadtturms sind der während der Ausstellungen jeweils um 17 Uhr möglich. Vom 45 Meter hohen Turm und Wahrzeichen der Stadt lässt sich ein schöner Rundumblick über die Altstadt genießen.

Am ersten Adventswochenende – am 26. November (11-22 Uhr) und 27. November 2022 (11-20 Uhr) – findet am Ölturm der lohnenswerte Weihnachtsmarkt statt. Über 60 festlich geschmückte Stände, betrieben von Vereinen, Schulen und Hobbykünstlern, laden zu Leckereien und handwerklichen Besonderheiten ein und ein buntes Rahmenprogramm bietet Unterhaltung für große und kleine Gäste. Der Weihnachtsmarkt erstreckt sich von der Marktstraße bis zum historisch bedeutenden Stiftshof des 1116 von Markgraf Hermann von Baden und seiner Frau Judith gegründeten Augustiner-Chorherrenstifts. Die Stiftskirche (6) diente als Grablege der Markgrafen von Baden vom frühen 12. Jahrhundert bis etwa 1240. Nach einem Brand und Wiederaufbau der Kirche sind die sterbliche Überreste der Markgrafen seit 1929 in der wiederhergestellten Krypta untergebracht. Nach der Besichtigung bleibt noch Zeit für einen letzten Bummel über den Weihnachtsmarkt. Zurück zum Bahnhof geht es dann immer geradeaus über den Schillerplatz und die Bahnhofstraße.

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