Blick auf den Braunenberg (Foto: miAA)

In drei Minuten unter die Erde

Eine Bergbau-Tour durch Wasseralfingen

Der Braunenberg in Wasseralfingen lockt mit einem besonderen Abenteuer: Anstatt auf den Gipfel geht es 400 Meter in den Berg hinein. Wo über 250 Jahre lang Erz abgebaut wurde und Deutschlands erste Zahnradbahn ratterte, lädt heute das Bergwerk „Tiefer Stollen“ zur spannenden Reise unter Tage ein. Ein Highlight für Groß und Klein: Die Fahrt mit der Grubenbahn in den Stollen, wo Besucher sich anschließend bei Führungen auf die Spuren der Bergleute begeben. Weitere spannende Stationen rund um Erz und Co. finden sich auf dem Bergbaupfad, der direkt am Stollen startet. Ein Tipp für die 5,5 Kilometer lange Wanderung: Eine Jacke sollte im Rucksack dabei sein, denn auch an warmen Tagen herrschen in den Schächten frische 11 Grad Celsius.

Kurzbeschreibung

In drei Minuten unter die Erde: Eine Bergbau-Tour durch Wasseralfingen

Anreise: MEX 13, Bahnhof Wasseralfingen  
Takt: alle 30 bzw. 60 min  
Strecke: 5,5 km  
Zeit: ca. 3 ½ Stunden  
Höhenunterschied: 150 m  
Weg: Bahnhof Wasseralfingen – Tiefer Stollen – Waldgasthof Erzgrube – Stöcklesstollen – Stollen „Süßes Löchle“ – Bahnhof Wasseralfingen  

Tourenverlauf

Am Bahnhof Wasseralfingen (1) unterqueren wir die Gleise und die Auguste-Keßler-Straße und wandern den Erzweg in östliche Richtung hinauf bis zum Besucherbergwerk „Tiefer Stollen“ (2). Bis 1939 wurde hier, in der ehemaligen Grube „Wilhelm" am Braunenberg, Eisenerz abgebaut. 1987 erfolgte der Umbau zum Schauwerk. Seither begeben sich Interessierte zu Führungen unter Tage, den Heilstollen des Bergwerks nutzen Patienten mit Atemwegserkrankungen. Die Stollenbesichtigung dauert etwa 90 Minuten, schon die Fahrt mit der Grubenbahn ist ein Erlebnis für sich.

Vom Tiefen Stollen verläuft der Bergbaupfad in nördliche Richtung, dem wir nun folgen. Entlang des Weges bis zum Waldgasthof „Erzgrube“ (3) erklären Infotafeln die Geschichte des Bergbaus, der Zahnradbahn und der jeweiligen Stollen. Der Waldgasthof – das einstige „Erzhäusle“ – diente bis 1911 als Verpflegungsstätte und Unterkunft für die Bergleute. Heute haben Ausflügler die Wahl zwischen einem urigen Gastraum und einer lauschigen Terrasse, um sich in geschichtsträchtiger Atmosphäre zu stärken.

Wir folgen dem Bergbaupfad und passieren den Stöcklesstollen (4), der bis 1818 in Betrieb war.  Entlang des Weges erklären weitere Infotafeln das Zusammenspiel von Forstwirtschaft, Köhlerei und Bergbau sowie die Geologie und den Abbau der Erze. Bald darauf erreicht man den ehemaligen Standort der Drahtseil-Schwebebahn, mit der ab 1924 Kalkstein und Erz ins Tal befördert wurde. Im Anschluss passiert man die Stollen „Süßes Löchle“ (5) und Wetterstollen sowie die ehemalige Abräumhalde.

Wenige Meter weiter beschreibt der Pfad einen scharfen Bogen nach rechts. Geht man hier nach links, kann man auf einem etwa einen Kilometer langen Abstecher zum Attenhofer Stollen wandern. Wir aber gehen rechts weiter, wenden uns an der Weggabelung am Waldrand erneut nach rechts und laufen bis zum Parkplatz. Geradeaus geht es nach Röthardt, wo Hungrige im „Vogthof" einkehren und schwäbische Küche genießen können. Für alle anderen führt der Weg am Parkplatz rechts ab und dann quer über den bereits gewanderten Pfad geradeaus durch den Wald zurück in den Ort. Hinter der Braunenberg-Schule geht es über die Wilhelm-Heusel-Straße und Bismarck-Straße wieder bis zur Auguste-Keßler-Straße und von dort zurück zum Bahnhof.

Infos