Kürbisausstellung 2022 (Foto: Marc Sansone, Blühendes Barock)

Vom Prachtbau zur Kürbisschau

Familientour durch Schloss Ludwigsburg und sein „Blühendes Barock“

Auf den Spuren von Herzögen und Königen wandeln, Gartenkunst genießen und Märchenhaftes erleben – ein Ausflug zur Ludwigsburger Residenz ist ein majestätisches Vergnügen für Groß und Klein. Nachdem man die opulente Vier-Flügel-Anlage bei einer Führung erkundet hat, kann man im Schlossgarten an symmetrischen Rabatten entlang flanieren. Turbulenter geht es dann auf der Bärenwiese zu. Dort lädt ein Spielplatz kleine Prinzessinnen und Prinzen zum Toben ein.

Östlich des Schlosses führen verschlungene Wege durch einen Landschaftsgarten. Kleine Seen, künstliche Wasserfälle und Felsgrotten erzeugen eine romantische Stimmung. Und ein Märchengarten, in dem Rotkäppchen und Co. auf magische Weise zum Leben erwachen, lässt Kinderaugen leuchten.

Ein besonderes Spektakel erwartet die Besucher hier im Herbst, wenn die farbenfrohen Figuren der „Weltgrößten Kürbisausstellung“ für Aufsehen sorgen.

Kurzbeschreibung

Vom Prachtbau zur Kürbisschau – Familientour durch Schloss Ludwigsburg und sein „Blühendes Barock“

Anreise: RE 8, Bahnhof Ludwigsburg  
Takt: alle 30 bis 60 min  
Strecke: 6 km  
Zeit: ca. 5 Stunden  
Höhenunterschied: 50 m  
Weg: Bahnhof Ludwigsburg – Schloss Ludwigsburg – Ausstellung „Blühendes Barock“ – Bärenwiese mit Spielplatz – Bahnhof Ludwigsburg  

Tourenverlauf

Startpunkt unserer rund 6 Kilometer langen Wanderung ist der Bahnhof Ludwigsburg (1). Über die Bahnhof- und Myliusstraße kommen wir zum Schillerplatz und passieren dort die riesige knallrote Skulptur des Sparschweins „Louise“, das vor der Kreissparkasse steht. Es geht weiter geradeaus über die Arsenalstraße. An der Kreuzung zur Wilhelmstraße laufen wir zuerst nach rechts und am Ludwigsburger Rathaus nach links, um auf den Marktplatz mit seinen zwei Kirchen zu gelangen. Auf geradem Wege erreichen wir als nächstes den Holzmarkt. Beim Rechts-Einbiegen in den Kaffeeberg wird bereits ein Teil des mächtigen Barockbaus von Schloss Ludwigsburg (2) sichtbar.

Es ist eins der wenigen Residenzschlösser, das sämtliche Kriege nahezu unversehrt überdauerte. Der Eingang befindet sich an der Schlossstraße 30 am Café Schlosswache. Herzog Eberhard Ludwig ließ das Anwesen zwischen 1704 und 1733 nach dem Vorbild des Versailler Schlosses erbauen. Knapp 100 Jahre später ließ König Friedrich I. von Württemberg die Anlage umbauen und nutzte sie als Sommerresidenz. Ausgewählte Räumlichkeiten können im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Im Gebäude sind mehrere Museen untergebracht, darunter ein Mode- und Keramikmuseum. Zum Schloss gehören zudem eine Kirche und ein Theater mit der originalen Bühnenmaschinerie aus dem Jahre 1758.

Das große Gartenreich, das die Umgebung des Schlosses prägt, wird hier „Blühendes Barock“ genannt. Über einen Durchgang gelangen wir zunächst in den östlichen Teil, den romantischen Landschaftsgarten. Hier geht es im Herbst besonders bunt zu. Schuld daran sind sonderbare Dschungelwesen: ein Orang-Utan, ein Papagei, ein Chamäleon, Schwarzbär Balou, Mogli und andere Bekannte aus dem „Dschungelbuch“. Die großen Figuren sind Gebilde aus rund 100.000 Kürbissen verschiedenster Sorten. Weitere 400.000 farbenfrohe Früchte dekorieren Wegränder und Wiesenflächen. Darum nennt sich die Schau auch „Weltgrößte Kürbisausstellung (3).

Einen herrlichen Blick auf das Spektakel können wir vom Aussichtspunkt an der Emichsburg genießen. Sie erinnert an einen Rapunzelturm. Und vielleicht lässt auch eine Märchengestalt ihr Haar herunter? Schließlich befinden wir uns im Märchengarten (4).

Mehr als 30 Märchen werden an verschiedenen Stationen erzählt oder szenisch erlebbar gemacht. Wir können mit einem Boot durch den Märchenbach fahren, eine Runde mit der Märchenbahn drehen oder uns die Aufführungen des Kasperletheaters anschauen. Auch jenseits der Märchen gibt es noch viele weitere Attraktionen im Park zu entdecken, wie den Weinberg, einen historischen Spielplatz, den Japanischen und Sardischen Garten sowie die Orangerie.

Doch wir verlassen nun diesen Teil des „Blühenden Barocks“ und bewegen uns auf das Schloss zu. Am Hauptflügel angekommen, halten wir uns links, um in den Barockgarten zu gelangen. In dessen Zentrum liegt ein Teich mit Wasserfontäne, auf den schnurgerade Wege zulaufen. Streng geometrische Formen und gebändigte Natur dominieren diesen südlichen Bereich der Residenz.

Für eine Rast eignet sich die Bärenwiese (5) gegenüber. Der kostenlos zugängliche Volkspark gilt als die „grüne Lunge Ludwigsburgs“. Unter zahlreichen Bäumen lassen sich sowohl lauschige Orte zum Verweilen finden, als auch ein Spielplatz für große und kleine Kinder. Wer klettern, rutschen, schaukeln oder einfach nur herumtollen möchte, kommt hier auf seine Kosten. 

Den Rückweg treten wir über die Ebertstraße an. Es geht am Riesenrad vorbei und immer die Alleenstraße entlang. An deren Ende biegen wir links in die Myliusstraße ein und erreichen nach knapp 100 Metern wieder den Bahnhof Ludwigsburg (1).

Infos